Synchronisieren mit Open Xchange, Thunderbird und Android

Teilen erwünscht: Diese Anleitung steht unter einer offenen Commons Creative Lizenz – Details siehe unten. Fehler/Mängel gefunden? Gib mir Bescheid!

Die Einrichtung von Open Xchange an (m)einem Beispiel:

Die Odyssee hinter diesem Text habe ich im Blog angedeutet, hier soll es nur um die Fakten gehen. Also los:

Die Geräte/Clients: zwei Computer (Win 7 64bit, XP 32 bit) mit Thunderbird Mail 3.1.7 (konsequent: Open Source), ein Android-Smartphone (Samsung Galaxy 3, Android 2.1), das zum OX-Server gehörende Webportal mit Zugriff auf die Daten. Zum Testen stehen Demo-Zugänge zur Verfügung – z.B. beim Anbieter Oxportal(Der Sync mit Outlook über zwei verschiedene Oxtender-Versionen klappte bei mir bislang nicht)

Das Ziel: Kalender und Kontakte sollen auf allen Geräten immer synchron sein, egal wo etwas geändert wird. Aufgaben lasse ich hier aus, denn: die Thunderbird-Lösung unterstützt diese noch nicht, mein Android-Telefon auch nicht (Zusatzsoftware suche ich erst noch).

Die Umsetzung:

Thunderbird braucht das Kalender-Plugin Lightning, ohne geht gar nichts. Lightning ist eines der ältestens und populärsten Addons, die Pflege und Unterstützung sollte also auch künftig keinen Grund zur Sorge sein. Es kann direkt in Thunderbird heruntergeladen und installiert werden. (hier: Version 1.02b).

Kontakt zum Open Xchange-Server nimmt Thunderbird nur auf eine Art auf: Über die Erweiterung Oxtender for Thunderbird. Die wird vom Unternehmen Fusionworx gepflegt. Der Oxtender is multilingual, also auch deutsch. Ihn muss man als Datei herunterladen und über den Addon-Dialog von Thunderbird (Button: Installieren) installieren. (hier: Version 1.7.5.4). Nach der Installation und dem Neustart von Thunderbird sitzt in diesem unten rechts in der Statusleiste das Oxtender-Menü (alternativ: Menü Extras). Dort werden die Zugangsdaten eingetragen. Hier lauern die ersten Fallen.

Korrekte Angaben bitte!

Die Adresse des Servers muss korrekt eingegeben werden und entspricht NICHT! der des Web-Portals des OX-Kontos. Man gibt überlicherweise nur den obersten Pfad des Servers ein – (fiktives Beispiel: https://ssl.syncportal123.com), während das Webportal dagegen unter einer anderen Adresse läuft (z.B. http://ssl.syncportal123.com/accounts/portal.html). Das klingt logisch, aber wer es nicht extra gesagt bekommt oder beim Test mit einem Demo-Zugang selbst durch Probieren herausfindet, guckt erstmal ratlos drein. (Beim Smartphone ist all das wieder anders – siehe unten).

Achtung: Der Oxtender schließt den Einrichtungsdialog nicht per Druck auf den OK-Button, wenn die Daten nicht stimmen! Er speichert sie aber dennoch ab. Was nicht stimmt, das steht unten in der Statusleiste (Server nicht gefunden z.B.). (Detaillierte Fehlermeldungen gibt’s in der Fehlerkonsole von Thunderbird oder in der Log-Datei von Oxtender im Thunderbird-Profilordner im Windows Benutzerverzeichnis.)

Denn eine Google-Kalenderdatei (ein ical-Kalender im ics-Format) kann man wahlweise im Webportal oder in Thunderbird importieren, ebenso die Kontakte. (Die nahm das Webportal übrigens nicht als Liste in Form einer csv-Datei von Outlook entgegen, aber dafür als Liste im VCard-Format vcf aus dem Smartphone.) Idealerweise sind die Daten jeweils nur auf einer Seite vorhanden.

Stolperfalle: Der Abgleich des Adressbuchs

Während das Menü für den Kalender keine Probleme macht, ist die Einstellung für die Kontakte etwas knifflig und leider bislang nur sehr knapp in der Installationsanleitung des Oxtenders dokumentiert. Was soll wohin syncen? Wählt man bei beiden Auswahlfeldern “Persönliches Adressbuch” werden die Kontakte nicht zur Gegenseite synchronisiert. Für die Einstellung kommt es unter Umständen darauf an, welche Daten schon auf dem Gerät/auf dem Server vorhanden sind. In meinem Fall waren die Kontakte auf dem Server vorhanden (also im Webportal sichtbar), Thunderbird war leer. Mir half ein Foreneintrag im Oxtender-Forum beim Verständnis des Menüs “Kontakte”.

Die obere Auswahl in diesem bestimmt, in welches Thunderbird-Adressbuch (Standard: “Persönliches Adressbuch”) die Kontakte des Servers (“privates Adressbuch”) kopiert werden sollen. Soweit logisch, aber wenn bei einem leeren Thunderbird-Adressbuch die untere Menü-Auswahl für das Ziel der internen Kontakte  auch auf das Ziel “Persönliches Adressbuch” gestellt ist, so bleibt dieses leer. Im Thunderbird erzeugte Nutzer wurden nicht auf den Server geladen. Ob das nun ein Synchronisationskonflikt ist und das die internen Kontakte diesen gewissermaßen gewinnen – ich gestehe, es ist mir noch immer unklar. Nachdem das Ziel der internen Kontakte (also unten) in meinem Beispiel auf “Kein Adressbuch gewählt” gestellt wurde, klappte der Abgleich mit dem Server sofort. So habe ich die Einträge auch gelassen.

Übrigens: Im Oxtender-Menü habe ich nach diesem Etappensieg unter “Extras” den Button “Kontakte zurücksetzen” (die lokalen) nicht probiert. Das hole ich vielleicht später nach einem Rundum-Backup mal nach…

Im Idealfall einfach: das Smartphone einrichten

Die Einrichtung auf einem Smartphone setzt unabdingbar voraus, dass ihr die “Mobility Option” des OX-Servers zur Verfügung/dazugebucht habt. Euer Provider muss diese für Euch aktivieren bzw. könnt ihr das ggf. auch selbst tun (z.B. bei 1und1 im Kundenmenü). Ohne wird es NICHT laufen. Der Grund: Das Mobilgerät wird im Gegensatz zum PC/Mac über die Schnittstelle/das Protokoll ActiveSync angesprochen (genau wie beim MS Exchange-Server) und die nötigen Daten werden in einem Exchange-Client eingegeben. Der OX-Server muss Active Sync zwingend unterstützen (also die Mobility Option installiert und aktiviert haben). Da hilft auch Third-Party-Software nichts (wie z.B. Touchdown oder Roadsync für Android).

So gehts: Unter Android 2.1 navigiert man zum Exchange-Client: “Konten und Synchronisieren – Konto hinzufügen – Geschäftlich” Gebt Euren Benutzernamen (meist die E-Mail-Adresse) und das Passwort  ein, das Programm versucht (wie z.B. Outlook auch), die Konfiguration selbst herauszufinden (Autodiscover). Das klappte bei mir nicht, daher wurde ich im nächsten Dialog noch einmalzur Eingabe der Daten aufgefordert. Benutzername, Passwort, Server. Das berüchtigte Feld Domäne mit all seinen Schrägstrichen (oft stressig bei PC-Clients unter Linux z.B.) existiert im Android-Client nicht separat, sondern im gleichen Feld wie der Benutzername. Die Domäne kann bei 1und1 und auch bei anderen Anbietern oft leer bleiben, unter Android steht nur der Benutzername da.

Achtung: Beim Server muss das einleitende Protokoll https:// weggelassen werden – stattdessen gebt ihr die Verschlüsselung über den Haken bei SSL an. Wie Android fragen bieten mehrere Clients auch die Option “Alle Zertifikate zulassen” o.ä. Die sollte deaktiviert bleiben, wenn alles funktioniert, ist wohl nur bei selbstgebauten Lösungen ohne SSL-Zertifikat nötig. Die wichtigsten Daten sind eingegeben, ihr könnt im nächsten Fenster auswählen, was ihr syncen wollte und ob es immer direkt geschehen soll (Push) oder regelmäßig. Diese Optionen lassen sich später noch ändern. Im letzten Feld kann man auch einen Namen für den Dienst eingeben. Darauf habe ich am Ende immer verzichtet, denn ich hatte dann immer zwei geschäftliche Konten in den Menüs zur Auswahl – einmal mit dem gewählten Namen und einmal mit dem Benutzernamen. Bug? Feature? Nervig jedenfalls.

Der Rest sollte nun allein passieren. Gebt dem Smartphone etwas Zeit zum Syncen (bei Push), der Abgleich im Telefon vorhandener Kontakte dauert z.B. ein wenig länger. Ob das erfolgreich war, erkennt man in meinem Samsung an einem Symbol für das geschäftliche Symbol am Kontakt. Bei den Kontakten habe ich dann einfach ein paar Fantasiekontakte wie Armin Auchhier auf den verschiedenen Geräten angelegt, um zu sehen, ob sie auch überall auftauchen. Die beiden A am Anfang des Namens habe ich gewählt, weil der Kontakt bei jeder Sortierung (Vor- oder Nachname) immer gleich oben/am Listenanfang zu sehen sind.

Wer separate Software-Clients auf Android einsetzen will (Aufgaben-Sync?) schaut sich z.B. Touchdown und Roadsync an. Beide sind kostenpflichtig.

Das war’s! (Bis jetzt zumindest. Viel Spaß und Erfolg allen Gleichgesinnten! Karsten

Was hier fehlt:

Ich habe (noch) nicht…

  • …verschiedene Sync-Szenarien durchgespielt – z.B. auf allen Geräten und Servern schon Daten vorhanden
  • mehrere Adressbücher und Kalender synchronisiert
  • …verschiedene Android-Varianten und ggf. angepasste Geräte zur Auswahl gehabt

Ein paar mehr Links.

Bilder: Werden nachgereicht. Nur nicht heute…

- – -

War es hilfreich? Gib es weiter!

Creative Commons Lizenzvertrag “Open Xchange mit Thunderbird, Oxtender und Android” steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz. Beruht auf einem Inhalt unter nerd4you.net.

2 Responses to Synchronisieren mit Open Xchange, Thunderbird und Android

  1. Karsten says:

    Hallo cebU,

    den genauen Speicherort der Zugangsdaten kenne ich gar nicht, ich tippe mal auf das Profilverzeichnis von Thunderbird und den zugehörigen Ordner des Plugins. Das ist aber nur eine Vermutung.

    Ich bekam Fehlermeldungen in der Statusleiste und im Logfile/der Fehlerkonsole, wie oben im Text beschrieben. Wenn Du die nicht bekommst, bin ich auch ratlos, denn irgendwas sollte die Fehlerkonsole natürlich schon ausspucken… Im Zweifel empfehle ich das das Forum zum Oxtender: http://www.open-xchange.com/forum/forumdisplay.php?27-OXtender-for-Thunderbird

  2. cebU says:

    wo speichert denn die Extension die Zugangsdaten ab? Das Problem ist ja, das eben KEINE Fehlermeldung angezeigt wird. Auch nicht in der Statusleiste. Im Logfile taucht nur die besagte NS_ERROR_FAILURE auf.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>